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Autor: Eberhard Hallmann

Der “Grüne Grazie” Gesichtspflege Kompass

Oh oh. Jetzt sind wir aber massiv aus dem Rhythmus geraten. Ende Mai der letzte Artikel! Wir wollen gar nicht herumdrucksen: wir haben es zeitlich einfach nicht früher geschafft, denn diverse andere Dinge hatten immer eine höhere Prio. Allerdings hatten wir uns schon nach dem vorletzten Artikel vorgenommen, „das Königsthema“ anzugehen: „Gesichtspflege allgemein und überhaupt“ – und das stellte sich – wie befürchtet – als sehr zeitaufwendig heraus.

Die „Gründerstadt Offenbach“ hatte mich eingeladen – also habe ich am 13. September an der Nachhaltigkeitsmesse „Impact Festival“ in Offenbach teilgenommen, die sich selbst als „B2B-Event für nachhaltige Transformation“ bezeichnet. An einem Gemeinschaftstand mit anderen Gründern konnte ich nicht nur vielen Interessierten die „Grüne Grazie“ präsentieren, sondern vor allem jede Menge Gleichgesinnte kennenlernen.

Zwei GründerInnen, die mich besonders beeindruckt haben, möchte ich Euch hier vorstellen, denn ich bin überzeugt, dass ihre Angebote auch für den/die einen oder anderen meiner LeserInnen interessant sind. … außerdem sind sie beide wirklich supernett! 😊

  • Manuela Zöller war mit ihrer Firma Curemoves am Start. Ihr klares Ziel ist es, durch ein selbstentwickeltes, spezielles Bewegungskonzept eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheit zu erreichen, um damit Schmerzen und Beschwerden dauerhaft zu lindern. Durch ihre positive Art und ihre Leidenschaft, baut Sie mögliche Hemmungen schnell ab, die ich sonst bei sehr körperbetonten, sportfokussierten Menschen habe.
  • Einen begeisterten Waldfreund habe ich mit Jürgen Graf kennengelernt, der hier im Landkreis mit seinem Verein Aufforstungsprojekte selbst durchführt. Als „Grüne Grazie“ haben wir uns schon diverse Konzepte angeguckt, aber die Transparenz und Regionalität finde ich sehr überzeugend und passend zu unserer Nachhaltigkeitsphilosophie. Wir finden auch: Jeder Baum zählt!

Nach der Messe ist vor dem Markt! Sehr bald, am Sonntag, dem 24. September 2023 von 11 bis 18 Uhr, werden wir zum ersten Mal am Aschaffenburger Ökomarkt teilnehmen, der vor der Kulisse des mächtigen Schlosses stattfindet. Kommt gerne vorbei. Wir freuen uns!

Eigentlich habe ich ganz normale Haut. Vermutlich durch die Wechseljahre im Ü50-Alter oder auch durch Stress habe ich jetzt öfter einfach einen roten Kopf oder mein Gesicht fühlt sich ganz empfindlich an. Woran liegt das? Muss ich meine gewohnte Pflegeroutine jetzt anpassen oder gar komplett umstellen? Wann braucht meine Haut eher Fett, wann Feuchtigkeit?

Höchstwahrscheinlich bin ich nicht die Einzige, der es so oder ähnlich geht. Und obwohl ich ja eigentlich Wissenschaftlerin bin, habe ich das Thema Gesichtspflege privat bisher immer eher intuitiv behandelt. Das wird jetzt anders! 😉 Deshalb habe ich ein wenig recherchiert und werde das Thema jetzt mal systematisch durchdeklinieren – für Euch und für mich.

Meine Sommerhaut

All meine Erkenntnisse habe ich im „Grüne Grazie-Gesichtspflege-Kompass“ (GGGK) zusammengefasst, den Ihr Euch auch gerne herunterladen könnt. Dort unterscheide ich 15 Pflegekategorien, zu denen ich Euch dort erläutere, was man aus meiner Sicht jeweils tun bzw. eher lassen sollte. Das „Werk“ ist durchaus umfangreich geworden, deshalb muss ich ein paar kurze Erläuterungen vorweg schicken…

Mein GGGK unterscheidet sogenannte „Pflegekategorien“ und nicht, wie gewohnt, nach Hauttypen oder -zuständen. Warum?

Sicherlich gibt es generelle Hauttypen – man könnte vielleicht auch von Veranlagungen sprechen – die bei jedem/r anders sind, sich aber über das ganze Leben gesehen kaum oder nur sehr langfristig verändern. Die „Klassiker“ sind: normale Haut, trockene Haut, fettige Haut und empfindliche Haut. Wahrscheinlich fällt es niemandem allzu schwer, sich irgendeiner dieser Kategorien grob zuzuordnen. Aber war’s das schon? Der Trockenhauttyp sucht sich einfach eine Creme, auf der „gegen trockene Haut“ steht, und wird damit sein Leben lang glücklich?

Eher nicht. Denn was unbedingt mit zu berücksichtigen ist, ist der jeweilige Zustand der Haut, der sich wesentlich schneller und öfter ändern kann als der Hauttyp. Wenn man sich selbst und seine Mitmenschen gut beobachtet, scheinen z.B. Witterungsverhältnisse und Stress eine nicht unwesentliche Rolle für den Zustand der Haut zu spielen – und zwar unabhängig vom Hauttyp.

Generell werden die Hautzustände durch äußere Faktoren bestimmt. Die Jahreszeit, Umweltbedingungen (Wetter, Temperatur, Luftqualität und -feuchtigkeit; UV-Strahlung etc.), Krankheit + Medikamente, Ernährungsgewohnheiten, Make-up, Hormone, Stress und das Alter bestimmen das Erscheinungsbild der Haut ganz maßgeblich. Die sich daraus ergebenden Verfassungen der Haut sind natürlich individuell unterschiedlich, können aber durchaus deutlich vom eigentlichen Hauttyp abweichen.

Der Zustand der Haut hängt weitgehend davon ab, wie gut die natürliche Hautbarriere funktioniert, insbesondere was den Feuchtigkeitsgehalt betrifft. Wenn also die Hautbarriere nicht richtig funktioniert, produziert sie möglicherweise nicht genügend Lipide oder speichert nicht genügend Wasser, um die Haut weich und straff zu halten, was zu trockener Haut führt. Andererseits kann die Produktion von zu vielen Lipiden oder natürlichen Ölen wie Talg zu fettiger Haut führen. Schließlich schützt diese natürliche Barriere die Haut vor äußeren Reizen, und wenn sie schwach ist, wird die Haut empfindlicher.

Jemand kann vorübergehend aufgrund von Stress unter ebenso trockener Haut leiden, wie der generelle Trockenhauttyp. Das Pflegebedürfnis und die akute Empfehlung wäre aber in beiden Fällen gleich. Wenn wir an dieser Stelle echte, ernste Hautkrankheiten (z.B. Neurodermitis) mal ausklammern, kann man also sagen: die Ursache ist egal – wichtig für die Pflege ist die jeweilige aktuelle Verfassung der Haut. Deshalb unterscheide ich „Pflegekategorien“, die nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der Haut in einer beliebigen Situation differenzieren.

Für jede „Pflegekategorie“ findet Ihr im GGGK eine Beschreibung dazu,

  • woran man sie erkennt,
  • wie und mit welchen Stoffen man die Haut bestmöglich pflegt und
  • was man eher lassen sollte.
  • Ich bin weder Dermatologin noch überhaupt Medizinerin und Kosmetik ist kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Wer auch nur den Verdacht hegt, an einer echten, ernsten Hautkrankheit zu leiden, der/dem empfehle ich dringend, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.
  • Meine Recherchen und Tipps zu unterstützenden oder zu meidenden Stoffen in der Gesichtspflege beziehen sich weitgehend auf solche aus der Naturkosmetik. Es mag in der konventionellen Kosmetik weitere hilfreiche Stoffe geben, nach denen ich aber nicht geforscht habe, da ich vom Ansatz der Naturkosmetik überzeugt bin.

Natürlich wäre weniger Stress besser als mehr. Binse. Da das aber nur eingeschränkt zu verändern ist, versuche ich auf jeden Fall genug Schlaf und Bewegung zu bekommen. Das ist nicht die ultimative Lösung – aber es hilft. Was die Gesichtspflege angeht, verwende ich keine schweren Cremes, wie sie im AntiAging Bereich empfohlen werden, sondern bevorzuge generell eher sehr leichte Produkte (z.B. Öle, Gesichtscremes mit geringem Fettanteil oder auch nur ein Serum). Diese versuche ich je nach Belastung dosiert einzusetzen und die Haut auch häufig einfach mal in Ruhe zu lassen.

Was soll schon sein – so kurz nach dem Urlaub?

Ich will nicht, dass er zu Ende ist! … und wenn das schon nicht geht, dass wenigstens das Urlaubsgefühl nicht so schnell vom Alltag verdrängt wird!

Die Urlaubszeit finde ich immer wieder wahnsinnig schön; eigentlich ganz unabhängig vom Urlaubsort. Allerdings habe ich auch ein wenig Angst davor, sie zur schönsten Zeit des Jahres zu erklären, weil ich nicht weiß, was das über mein Leben aussagt.

Was mag ich am Urlaub so sehr? Natürlich neue Erlebnisse und fremde Umgebungen zu entdecken. Dieses Mal war nicht mal das lange Schlafen so attraktiv, da unser gesamtes Tagesprogramm gerade so zwischen Sonnenauf- (5:30 Uhr) und -untergang (17:30 Uhr) passte. Um 21 Uhr ging dann das Licht bei mir aus. 😊

Vor allem anderen aber liebe ich das Gefühl meine eigene Frau zu sein – also meine komplette Zeit frei einteilen zu können, nicht fremdbestimmt zu sein, mich nicht durch die Termine anderer stressen zu lassen und mich – so lange ich will – mit Themen zu beschäftigen, die mich wirklich uneingeschränkt interessieren. Wie kann man ein bisschen davon ins normale Leben hinüberretten?

Fremde Umgebungen entdecken, sich nicht von anderen stressen lassen, Zeiten reservieren, in denen man selbstbestimmt den echten Interessen nachgeht – das sind ja alles Ansätze, die man auch im Alltag versuchen kann umzusetzen.  

Versuchen wir’s also!

… und genießen wir noch das schöne Wetter und das besondere, spätsommerliche Licht …

Strand und Meer helfen bei der Stressreduktion.

Alles zum Thema “Sheabutter”

Heute wollen wir Euch das Multitalent Sheabutter vorstellen, das in einer großen Zahl unserer Produkte enthalten ist. Vorher gibt es wie immer Neuigkeiten aus der Werkstatt und aus gegebenem Anlass noch einige krönende Gedanken zum Thema Monarchie.

Aus den Tiefen der Wohlfühlwerkstatt

Seit Anfang Mai bin ich Botschafterin bei „Lust auf besser Leben“. Als gemeinnütziges Unternehmen möchte es die globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 alltagstauglich machen. Die nachhaltige Entwicklung vor Ort wird u.a. durch einen Webguide oder Projekte zu Themen wie „Plastikfrei“ oder „Klimaschutz“ gefördert.

Im Zuge meiner Bewerbung konnte ich ein längeres Gespräch mit Gesina aus dem Team führen – vielen Dank dafür. Ich freue mich sehr auf den Austausch zu den verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten, die uns auf ganz praktische Weise umtreiben. Gerade im regionalen Umfeld ist es extrem wichtig, Erfahrungen zu teilen und von anderen zu lernen.

Außerdem nahm ich an einem Vortragsabend der Initiative Gründerstadt Offenbach teil, die im Rahmen einer Veranstaltungsreihe einen Abend zum Thema „Verpackung 2.0“ organisiert hatten. Die Vorträge stammten nicht nur von Experten, sondern auch von Studenten und GründerInnen, mit denen man anschließend auch ins Gespräch kommen konnte. Besonders spannend fand ich die aus Japan zugeschaltete Referentin, die u.al. über die Ideen der japanischen Unverpacktläden berichtet hat. Das war ein echtes Highlight für mich, da wir im Firmenalltag doch sehr den Tunnelblick auf die Bewältigung der täglichen Aufgaben richten.

Sheabutter, ein ganz besonderes Fett

Diesmal widmen wir uns einem unserer absoluten Lieblingsrohstoffe, der in vielen „Grüne Grazie“-Produkten enthalten ist. Wir verwenden ihn nicht nur in Gesichts-, Körper- und Deocremes, sondern er findet sich ebenso in Festshampoos, festen Gesichtsreinigern und Naturseifen: die Sheabutter.

Vielseitigkeitsweltmeister

Diese Vielseitigkeit ist kein Zufall, denn dieses außergewöhnliche Naturprodukt hat so viele für kosmetische Anwendungen wünschenswerte Eigenschaften, dass man es eigentlich erfinden müsste, wenn die Natur es nicht schon getan hätte. In ihrer rohen Form ist die Sheabutter bereits eine fertige „Naturcreme“ und sorgt für ein samtig-weiches Hautgefühl, während sie gleichzeitig vor Sonne und Wind schützt. Auch bei hohen Außentemperaturen behält sie ihre cremig-weiche Konsistenz, denn sie schmilzt erst zwischen 35°C und 42°C.

Sie enthält nicht nur wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe (wie Tocopherole, Catechine, Phenole und Phytosterole), welche der hauteigenen Lipidbarriere ähneln und die natürliche Schutzfunktion der Haut stärken, sondern eine Reihe von Fettsäuren.

StoffAnteilFettsäuretypFunktion
Ölsäure38-50%einfach ungesättigtflexibilisierend/reparierend
Stearinsäure38-50%gesättigtabschirmend/schützend
Linolsäure4-9%zweifach ungesättigtflexibilisierend/reparierend
Palmitinsäure2-7%gesättigtabschirmend/schützend
Arachinsäure<3%gesättigtabschirmend/schützend
Linolensäure<1%dreifach ungesättigt (Omega-3)flexibilisierend/reparierend
Fettsäurezusammensetzung der Sheabutter

Die gesättigten Fettsäuren sind die wichtigsten Komponenten für Pflege und Schutz der Haut, während sie gleichzeitig auch deren Wasserhaushalt regulieren. Dagegen sorgen die ungesättigten Fettsäuren für eine höhere Flexibilität der Haut und helfen so bei der Behebung von Irritationen wie z.B. Trockenheit. Unstrittig wirkt Sheabutter auf der Haut nicht nur feuchtigkeitsspendend, sondern auch entzündungshemmend und regenerierend.

Aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte und des Fettgehalts wird die Sheabutter auch in der Lebensmittelindustrie verwendet (z.B. für Schokolade) und in ihrer Herkunftsregion Afrika ist sie eine häufige Zutat in vielen Gerichten. Angeblich kommt sie auch noch in der traditionellen Medizin zum Einsatz.

Warum überhaupt pflanzliche Öle und Fette?

Klären wir aber zunächst, warum gerade pflanzliche Öle und Fette für naturkosmetische Produkte so wichtig sind.

Obwohl jedes pflanzliche Öl/Fett seine eigene Zusammensetzung hat, die je nach Herkunft, Anbau und Verarbeitung variiert, gibt es doch eine breite gemeinsame Basis. Vergleichen wir natürliche Öle und Fette mit synthetischen, sind die natürlichen nicht nur umweltfreundlicher – da sie biologisch abbaubar sind und auch sonst keine schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt haben -, sondern auch hautfreundlicher. Denn für Gesundheit und Aussehen der Haut spielen die in den pflanzlichen Ölen und Fetten enthaltenen Lipide eine äußerst wichtige Rolle.

Weiterhin sind pflanzliche Öle auch reich an ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure und Linolensäure, die in der Epidermis als Bestandteil von Ceramiden und als essenzielle Fettsäuren wichtig sind. Äußerlich angewendet unterstützen essenzielle Fettsäuren die Hautfunktionen und unterstützen gegen Trockenheit und Entzündungen. Auch fettlösliche Vitamine, Carotinoide, Phytosterole und Phospholipide, denen antioxidative und restrukturierende Wirkungen auf die Haut zugeschrieben werden, sind in natürlichen Ölen und Fetten enthalten.

Die meisten dieser interessanten Inhaltsstoffe finden wir auch in der Sheabutter.

Herkunft, Gewinnung und Verarbeitung von Sheabutter

Auf Produktlabels erkennt man die Sheabutter am INCI „Butyrospermum Parkii“, aber sie hat viele Namen (Schibutter, Galambutter oder Karitébutter) und wird aus den Nüssen des Karitébaumes gewonnen. Dieser Nutzbaum ist in der Sahelzone zwischen Senegal und Uganda beheimatet und wurde schon von den Urvölkern genutzt. Bei Rodungen wird er oft verschont, da er als schwer vermehrbar gilt: neue Pflanzen stammen oft aus Zufallskeimungen. Erst mit etwa 20 Jahren beginnt er zu blühen und erreicht nach ca. 50 Jahren seine volle Ertragskraft. Aufgrund dieser langen Wartezeiten eignet sich der Baum kaum für die kommerzielle Verwertung.

Die Früchte des Karitébaumes haben einen Durchmesser von etwa 4 cm und sind botanisch gesehen Beeren, in denen sich die sog. Kariténüsse befinden, welche ungefähr 50 % Fett enthalten. Zur Produktion der Sheabutter werden die aufgesammelten Nüsse vom Fruchtfleisch befreit, getrocknet und zerkleinert. Das Fruchtfleisch der Beeren wird gegessen. Die Kerne werden hitzebehandelt und zu einer fettigen Masse zerrieben; unter Wassereinsatz wird das Fett in Handarbeit von unerwünschten Bestandteilen getrennt.

Diese traditionelle Herstellungsweise birgt die Gefahr von Kontaminationen, je nach Ausgangsmaterial, Produktionsprozess, verwendetem Wasser und der Sorgfalt, mit der unerwünschte Stoffe (z.B. Insekten oder Pestizide im Wasser) ausgeschlossen werden. Für den Export in die EU wird der traditionelle Herstellungsprozess durch moderne Verfahren ergänzt; Analysen durch ein unabhängiges Labor sind obligatorisch. Gute, native Qualitäten weisen eine homogene, glatte Konsistenz und eine helle, leicht gelbliche Farbe auf.

Woher kommt unsere Sheabutter?

Generell verwenden wir für die „Grüne Grazie“ Naturkosmetik nur Öle/Fette aus kontrolliert biologischem Anbau, die mit schonenden Verfahren gewonnen wurden. Dadurch bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe der Öle erhalten und können ihre hautpflegenden Eigenschaften voll entfalten.

Unsere biozertifizierte Sheabutter stammt aus Ghana von der Savannah Fruits Company (SFC), die die Ware direkt von den Frauen abnimmt, die sie produzieren. Über 10.000 Frauen verdienen dort mit dem Sammeln bzw. Vorbereiten der Nüsse ihren Lebensunterhalt und partizipieren auch an der Verarbeitung im Land, da die dazu eingesetzten Anlagen Frauenkooperativen gehören. Manche bezeichnen die Sheabutter deshalb auch als das „Gold der Frauen“. Die SFC unterstützt den gesamten Prozess und kümmert sich insbesondere um die internationale Vermarktung.

Fazit

Sheabutter ist ein vielseitiges Naturprodukt, das aufgrund seiner Zusammensetzung besonders gut zur Pflege trockener, rauer Haut geeignet ist. Sie wirkt filmbildend und okklusiv, was den Feuchtigkeitsverlust der Haut mindert, während die in ihr enthaltene Ölsäure für eine intensive Pflege sorgt. Besonders empfindliche Haut profitiert von ihrer beruhigenden und die Hautbarriere unterstützenden Wirkung. Da wir sie obendrein aus einer Lieferkette beziehen können, die sowohl ökologische als auch soziale Kriterien einhält, dürfen wir sagen: dies ist ein perfekter Rohstoff für die „Grüne Grazie“!

Ein kurzer Blick in unsere Sheabutter-Vorratsdose:-)

Und sonst?

Mein Geständnis der Woche: ich bin Royalistin! Gestern hat die Familie extra für mich eingekauft, damit ich aus unserem englischen Kochbuch (wir haben zwei!) „Coronation Chicken“ für den 6. Mai zubereiten konnte. Ein Rezept, das – wie vermutlich jeder weiß – zur Krönung von Elisabeth II. kreiert wurde.

Als Kind schickte man mir öfter Postkarten mit Königinnenportraits und als ich als 10-jährige am 29. Juli 1981 von der Schule kam, habe ich den Rest des Tages nicht mit Hausaufgaben, sondern vor dem Fernseher mit der Hochzeit von Charles und Diana verbracht. Ich war absolut fasziniert von diesem unendlich langen Schleier. Damit fing vermutlich alles an.

Wie Millionen anderer Menschen liebe ich die halben Tage vor dem Fernseher, an denen ich bei Zeremonien zugucken kann, die vollkommen „unvorstellbar“ sind. Die Planung solcher Ereignisse muss der Wahnsinn sein. Mehrfach waren bei uns am Esstisch Harry und Meghan Gesprächsthema – was ist wichtiger: „Pflicht“ oder „persönliches Glück“? Die Meinungen gingen durchaus auseinander … Wie es wohl wäre als Royal zu leben? Was macht ihre Faszination aus? Viele Fragen lassen sich an ihrem Beispiel diskutieren. Man erlebt ihr ganzes Leben mit oder sie begleiten unseres – wie man es sehen möchte.

Das Beste an den Royals ist aber, dass sie im Zweifelsfall weit weg sind: in England.

P.S. Das „Coronation Chicken“ hat super geschmeckt!

Deocreme im Fokus

Diesmal ist die Deocreme unser Schwerpunktthema: Warum nehme und produziere ich sie? Was ist drin – was nicht? Wie funktioniert sie? Wie verwendet man sie?
Am Ende berichte ich noch über eine aktuelle Erfahrung aus dem Kino.

Aus den Tiefen der Wohlfühlwerkstatt

Ein typischer Arbeitstag in der Werkstatt sieht so aus:

Reinkommen, Hardware und Musik anschalten, Händewaschen, Kittel anziehen, Waagen einschalten, Spülmaschine ausräumen (jedes Mal), Rezepte ausdrucken, Arbeitsflächen desinfizieren, Utensilien heraussuchen, Rohstoffe heraussuchen und abwiegen, Mischen/Rühren/Zaubern, Abfüllen, Spülmaschine einräumen, Saubermachen, Musik aus, raus.

Zweierlei fällt auf:

1. Alles findet im Stehen statt!
Eigentlich merke ich es nicht mehr, aber als wir im Sommer eine Praktikantin hatten, erinnerte ich mich auch wieder an meine eigenen ersten Zeiten im Labor und die Megawaden, die man am Abend hatte, wenn man den ganzen Tag stehen durfte. Die Basisausstattung besteht deshalb definitiv aus den allseits beliebten Korkfußbettschuhen oder Turnschuhen – und aus viel Training.😉

2. Ohne Musik geht gar nichts!
Ist ja schließlich eine Wohlfühlwerkstatt! Seit Langem schon überlege ich, ob und wo ich veröffentlichen soll, welche Charge zu welcher Musik entstanden ist. Vielleicht könnte man dann auch Rückschlüsse ziehen: bildet das Festshampoo mit Country weniger Blasen oder wird die Creme mit Blues noch geschmeidiger?

Warum Deocreme?

Wer den letzten Blog gelesen hat, weiß, dass der Ausgangspunkt meiner Gründungsidee ein Marktbesuch in Münster war. Das Produkt, das mich dort zuerst begeisterte, war eine „selbstgemachte“ Deocreme. Bei der anschließenden Recherche fand ich schnell auch jede Menge Sorten davon – aber ein großer Teil gefiel mir nicht. Deshalb begann ich meine Entwicklungsarbeit auch genau damit.

Persönlich verwende ich Deocreme schon viele Jahre und meinen Achselhöhlen geht es gut. In meiner Kindheit waren Deosprays „verboten“ (auch nach dem FCKW-Verbot in den 90ern), da meine Eltern sich Sorgen um unsere Atemwege machten. Also nahm ich Deoroller, von denen ich später immer mal wieder schmerzhafte Abszesse bekam – vermutlich durch das Schweißdrüsen-verengende Aluminium. Außerdem musste ich mich an die typischen nervigen weißen Flecken auf Unterhemden oder T-Shirts gewöhnen. Bis dann die Deocreme in mein Leben trat…

In Gesprächen mit meinen KundInnen oder sonstigen InteressentInnen merke ich aber auch, dass Deocreme möglicherweise außerhalb der „Naturkosmetik-Blase“ gar nicht sooo bekannt ist. Offenbar wird immer noch landauf und landab kräftig gesprüht und gerollert. Damit sich das ändert, gibt’s hier nochmal kurz die wesentlichen Fakten dazu…

Deocreme Limette-Salbei- einer unser Klassiker

Was ist also drin?

Es ist kein Hexenwerk: Für die desodorierende Wirkung müssen Kokosöl und Natron rein, dazu kommen Sheabutter und Mandelöl für die Pflege. Zinkoxid hat eine zusätzliche antibakterielle Funktion und Stärke sorgt für Konsistenz und Stabilität der Mischung. Dann fehlt nur noch der Duft.

INCI lt. ProduktlabelDeutscher StoffnameBio?Herkunft
Butyrospermum Parkii (Shea) ButterSheabutterBio-QualitätGhana
Cocos Nucifera (Coconut) OilKokosölBio-QualitätPhilippinen
Sodium BicarbonateNatronn.v.Polen
Prunus Amygdalus Dulcis (Sweet Almond) OilMandelölBio-QualitätItalien
Zinc Oxide (CI 77947)Zinkoxidn.v.Deutschland
Zea Mays StarchMaisstärkeBio-QualitätEU
Dipteryx Odorata Bean ExtractTonkabohnenextraktWildsammlungBrasilien
Inhaltsstoffe der “Grüne Grazie”-Deocreme (ohne ätherische Öle)

Die Herausforderung in der Entwicklung bestand darin, eine perfekte Konsistenz zu erschaffen: schön cremig – aber nicht zu krümelig oder zu fest und bei (normalen) Sommertemperaturen darf sie nicht zu flüssig werden. Außerdem sollte die Wirkung nicht zu aggressiv, sondern sanft und der Duft natürlich angenehm sein.

Die Duftwünsche meines Umfeldes gingen vor allem in Richtung Zitrusfrüchte sowie in die herbe, holzige Ecke. Da ich persönlich Parfümöle nicht gut leiden kann (ich bekomme Kopfschmerzen und sie gehen mir schnell auf die Nerven), kamen nur ätherische Öle in Frage. Ganz simpel ist das allerdings auch nicht. Zum einen möchte ich mit einer überschaubaren Variantenanzahl möglichst die gesamte Geschmacksbreite abdecken, zum anderen kommt es hin und wieder zu (im Nachhinein interessanten) Überraschungen.

Z.B. war in der ersten Testphase der Duft Bergamotte-Rosenholz einer der Favoriten unserer Testanwender – zur Marktreife kam es aber doch nie. Warum?

Da wir auch die ätherischen Öle alle in Bioqualität einsetzten wollten, machten wir uns auf die Suche nach entsprechenden Lieferquellen. Leider ohne jeden Erfolg: Bio gab’s nicht. Das Rätsel löste sich erst nach weiteren Recherchen: Rosenholzöl wird aus Rosenholzbäumen (Aniba rosaeodora) gewonnen, die nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen als stark gefährdet eingestuft werden.
Das wollten wir dann doch nicht verwenden – egal wie gut es riecht!

Wie funktioniert die Desodorierung?

Das Natron erhöht den pH-Wert der Haut der Achselhöhle und dadurch können sich die Schweißbakterien, die den unschönen Geruch entstehen lassen, nicht mehr vermehren und es riecht nicht. Außerdem enthält das Kokosöl einige Fettsäuren, die keimtötend auf die Bakterien wirken, die wiederum den Schweißgeruch verursachen.

Wobei man natürlich (bei jedem Deo) „eingestehen“ muss, dass die Deodorierung ihre Grenzen hat. Bei extremem Stress z.B. wird man nie 100% des Geruchs wegdesodorieren können. Im normalen Leben klappt es jedoch wunderbar.

Warum ist kein Aluminium drin?

Weil’s gesünder ist. … sollte man meinen.

Inzwischen warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aber gar nicht mehr vor der Benutzung von aluminiumhaltigen Deos. Danach werden Aluminiumsalze aus Deodorants zwar über die Haut aufgenommen – jedoch in weit geringerer Menge als noch vor einigen Jahren vermutet. Viel schwerer wiegen dagegen die extremen Umweltauswirkungen der Aluminiumgewinnung. Deshalb gibt’s bei uns einfach nirgendwo Aluminium: weder in unserer Deocreme noch in den Verpackungen!

Ist das mit der Deocreme nicht eine Riesenschweinerei?

Kommt wie immer drauf an. Zunächst sollte man die richtige Menge nehmen, d.h. ca. eine erbsengroße Portion pro Achsel. Zur Entnahme aus dem Glas kann man einen Spatel verwenden – das bietet sich insbesondere bei mehreren Nutzern desselben Glases an. Zum Einreiben reicht normalerweise ein Finger, den man anschließend an einer „unwichtigen Körperstelle“ (z.B. am Bein) abwischen kann. Da es sich zum größten Teil um pflegende Substanzen handelt, ist das wie Eincremen. Stört der verbleibende Rest am Finger, bekommt man ihn mit etwas Seife leicht los.

Ach ja – Beschwerden über Flecken auf der Kleidung sind mir nicht bekannt und hatte ich auch selbst noch nie.

Deocreme mit Spatel als Entnahmehilfe- sehr praktisch.

Und sonst?

… war ich mal wieder im Kino. In so einem Fast-Multiplexkino. Es ist lange her, dass ich im Kino war – und fast alles war anders.

Wenn ja nun wirklich viele – teils schon religiös anmutende – Meinungen zu den Themen Gesundheit und Gewicht durch die digitalen und analogen Welten schwirren, es schien doch immer mindestens eine allgemein akzeptierte Gemeinsamkeit zu geben: Ja, wie wir hier in Deutschland/Europa leben und essen ist nicht perfekt, ABER in Amerika ist alles noch viel schlimmer und das liegt hauptsächlich daran, dass „die“ so einen Mist essen und Unmengen Cola trinken. (Ok, heute bin ich etwas schablonenhaft unterwegs.)

So betrete ich also das Kinocenter und suche die Kinokasse. Die Kinokasse ist die Snackkasse. Die KassiererInnen stehen vor Regalen mit vorgefüllten Popkorntüten und Nachochipsbehältern im XXL-Format. Das Popkorntütenvolumen schätze ich auf knapp 2 Liter, dazu gibt’s als „Angebot“ 1 Liter Softgetränk. Den Monster-Becher kann ich kaum mit einer Hand halten. Meine Freundin fragt noch, ob es das auch in kleiner gäbe. Klar, ist aber nur 1 EUR billiger – deshalb nimmt‘s keiner. Nach 2 Stunden war auch mein Becher leer, nur die Chips habe ich nicht geschafft – aber das ist nur eine Frage des Trainings! Dann können wir da auch mit unseren amerikanischen Freunden mithalten…

Warum kam es zur Gründung meiner Manufaktur für Naturkosmetik?

Nachdem wir beim letzten Mal geklärt haben, wer wir sind, geht es diesmal um das „Warum“ bei der Gründung meiner Manufaktur für Naturkosmetik: Was treibt mich an? Deshalb geht es nicht nur um Naturkosmetik und Pflanzenextrakte, sondern vor allem auch um die Selbständigkeit.
… und aus gegebenem Anlass sinniere ich noch über das Fastnachtsfeiern.

Aus den Tiefen der Wohlfühlwerkstatt

Gefühlt ist in der Werkstatt immer noch „kurz nach Weihnachten“, denn wir sind dabei, unsere Vorräte nach der Jahresanfangspause wieder aufzufüllen. Außerdem nehmen wir in diesen Wochen an einigen Märkten teil und da will man ja immer genug dabeihaben. Da wir alles immer bedarfsgerecht und vor allem frisch produzieren möchten, kommt man in einer Manufaktur mit gut dreißig Produkten schon mal ins Schwitzen. Was keinesfalls passieren darf, ist, dass uns unsere „Herzkomponenten“ – die Pflanzenextrakte – ausgehen. Deshalb sind wir in den letzten Wochen (und auch aktuell) damit beschäftigt, die diversen Extrakte neu anzusetzen, ziehen zu lassen, fleißig umzurühren, zu filtrieren und abzufüllen.

Gerade ist z.B. der neue Salbeiextrakt fertig geworden, der im Festshampoo „Leichtigkeit“ seine Wirkung entfaltet. Der frische alkoholische Auszug getrockneter Salbeiblätter aus kontrolliert biologischem Anbau duftet grandios. Diese Arbeit mit den Rohstoffen macht einfach Spaß!

Einer der oben angesprochenen Märkte fand übrigens schon statt: vor knapp 2 Wochen waren wir im Frankfurter Zoogesellschaftshaus beim „Marché de Nuit“ dabei. Da war’s richtig voll! An die 2.000 Menschen schoben sich durch den altehrwürdigen Saal mit ca. 70 Ständen. So viel Interesse und so viele Kontakte – super! … und so viel „menschliche Nähe“ – daran muss man sich auch erst wieder gewöhnen…

Warum mache ich das alles eigentlich und was bringt die Selbständigkeit?

Eigentlich ist es eine ziemlich wilde Mischung von Motiven, die hinter meinem „Grüne Grazie“-Engagement steckt: Interesse, Sinnsuche, Spaß, Neugier, Selbstbestätigung, Abenteuerlust… Wo fange ich an?

Liebe zur Natur und zur Kosmetik = Naturkosmetik?

Das Interesse an natürlicher Kosmetik begleitet mich seit meinen Teenagertagen und motivierte mich etwas später zum Chemie-Studium. Obwohl ich meine Diplomarbeit sogar über ein dermatologisches Thema schrieb, ging mein Weg dann doch erst in eine etwas andere Richtung. Als ich aber 2016 meine Studienstadt Münster besuchte, sah ich auf dem dortigen Markt einen Stand mit Naturkosmetik aus einer kleinen Manufaktur und war sofort elektrisiert: Genau das hatte ich immer machen wollen! Das “roch” nach Gründung.

Gründung meiner Manufaktur für Naturkosmetik aus Abenteuerlust?

Außerdem versprach das „selbständig werden“ auch die Erfüllung anderer Träume: eigene Ziele setzen, autonome Entscheidungen treffen, Arbeitsbedingungen frei gestalten und – nicht zuletzt – die Welt ein bisschen besser machen. Nicht mehr ertragen, sondern machen! Yeah.

Selbstverständlich wollte ich Produkte schaffen, die für mich als Kundin perfekt wären. D.h. ich wollte alles, was mich als Naturkosmetik-Käuferin jemals genervt hatte VIEL besser machen. Als da wären: keine künstlichen Düfte mehr, kein Greenwashing, kein Etikettenschwindel (große Werbung für einen nur minimal enthaltenen Wunderwirkstoff), nachhaltige Qualität statt Qualitätsabstriche zugunsten nachhaltiger Eigenschaften, echtes eigenes Recycling statt Verwendung recyclingfähiger Stoffe.

Doppel-Yeah.

Also fing ich an, mich wieder intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und mir die modernen Rohstoffe und Verfahren anzuschauen. Schön und ermunternd war, dass ich schnell wieder spürte, wieviel Freude mir die Beschäftigung mit dem Thema schenkt. Nicht ganz so schön war hingegen die Erkenntnis, dass es etwas völlig anderes ist, einfach mal eine Creme für sich selbst zu rühren, als diese professionell produzieren und verkaufen zu wollen!

Rasend schnell tauchen eine Unmenge von Problemen auf, die alle selbst gelöst werden müssen. Hilfe holen geht meistens – muss man sich aber leisten können und wollen. Um wirklich unabhängiger zu werden, ist es bei einigen Kernthemen einfach unerlässlich, sie selber zu erlernen und im Griff zu behalten. Glücklicherweise kann ich dabei auf einige Erfahrungen zurückgreifen: Einerseits ist ein Chemiestudium zwar keine Ausbildung zur Naturkosmetikerin, hilft aber schon enorm bei der Entwicklung der Rezepturen (auch der Pflanzenextrakte); andererseits habe ich an meinen bisherigen beruflichen Stationen nicht nur Arzneimittel, sondern auch Kosmetika (mit-)entwickelt. Vor allem aber habe ich mir angewöhnt, (erstmal) nichts für unmöglich zu halten…

Gründung meiner Manufaktur für Naturkosmetik aus Langeweile?

Ja – das alles macht Spaß, ist aber vor allem jede Menge Arbeit bzw. Detailarbeit! In jedes einzelne Produkt musste viel Zeit und Überlegung investiert werden und ich wollte ein breites Produktportfolio abdecken: diverse Cremes, festes Shampoo, Deocremes, Seifen, feste Gesichtsreiniger, Öle… Viel Zeit pro Produkt multipliziert mit vielen Produkten ergibt: sehr viel Zeit! Insgesamt lag eine Entwicklungs- und Testphase von ca. 4 Jahren hinter mir, als wir die „Grüne Grazie“ endlich vom Startblock schubsten. Eher zufällig stürzten sich zur selben Zeit die Medien verstärkt auf Nachhaltigkeitsthemen. Fühlte sich gut an.

Neben allem anderen sind Gründung und Selbständigkeit vor allem auch ein persönlicher, innerer Prozess. Ich gehe mit einem selbst entwickelten und hergestellten Produkt aus meiner Wohlfühlzone bzw. -werkstatt heraus und „stelle mich mitten auf den Marktplatz“. Mögen die Leute es? Bin ich gut genug? Diese Fragen treiben mich nach wie vor um. Das kann man auf Dauer nur aushalten, wenn man echte Freude aus dem Inhalt der Arbeit zieht! Und da das bei mir besonders die Entwicklung neuer Produkte ist, könnt Ihr Euch noch auf einiges gefasst machen…

Der Kern der Grünen Grazie Produkte- die Gesichtscremes mit Pflanzenextrakten.

Und sonst?

Ich komme aus Norddeutschland. Seit über 15 Jahren lebe ich im Rhein-Main-Gebiet – aber es gibt schon Anlässe, an denen ich die regionalen Unterschiede stärker spüre als normal.

Karneval, Fasching, Fassnacht. Ich fremdle damit.

Als kleine Kinder in unserem niedersächsischen Heimatdorf gab’s das „Fastnachtslaufen“. Dabei drehten wir am Faschingsdienstag verkleidet eine Runde durch‘s Dorf und sammelten Süßigkeiten, während wir sangen:
„Fastnacht, Fastnacht angefangen,
het de Buur noch Mettwurst hangen,
all de Höhner swat und wit,
all de Eier nehm wie mit.“

War super. Mehr war’s aber auch nicht. Schon hier im Rhein-Main-Gebiet (und das gehört nicht zum Rheinland!) ist das eine ganz andere Nummer und es fällt mir immer noch schwer, das zu begreifen.

Was ich sehe, ist für mich unglaublich. In jedem Dorf gibt es einen eigenen Umzug, der von den Vereinen und anderen Begeisterten auf die Beine gestellt wird. Was für eine Vorbereitung, welche Detailliebe in den Kostümen, die Proben für die Tänze, das Bauen der Wagen! In unserem 40.000-Leute-Städtchen findet von Donnerstag bis Dienstag an jedem Tag in einem anderen Ortsteil eine große Faschingsparty statt. Fantastisch!

Außerdem fühlt es sich für mich so an, als wenn Fasching im Gegensatz zu Weihnachten, Ostern, Halloween, Valentinstag sehr viel weniger kommerzialisiert ist (ok, vielleicht kenne ich mich auch nicht wirklich aus). Alles kommt „von unten“, jedes Jahr wieder, ohne Nachwuchsprobleme – über viele andere Feste und Feiertage kann man das nicht sagen…

Klar – man kann auch einiges am Fastnachtstreiben kritisieren. Ich schenk mir das jetzt mal, ist ja alles bekannt und berechtigt. Aber dass Unmengen von Menschen jeden Alters ohne Ziel, Sinn und Grund „gut drauf“ sein wollen(!) und es dann auch sind – dass sie gute Laune haben und versprühen – dagegen gibt es doch eigentlich nichts zu sagen. Vielleicht ist das Leben so einfach.

Ein letztes Mal: Helau! …und bis demnächst!

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